Meine Antworten

Was ist Psychotherapie?

Psychotherapie soll Hilfe zur Selbsthilfe sein, Sie sollen Experte für sich selbst werden, die Eigenverantwortung bleibt bei Ihnen. Der Psychotherapeut wird Sie mehr durch Fragen als durch Antworten und Ratschläge darin unterstützen, Ihre Bedürfnisse besser wahrzunehmen und Ihren eigenen Weg zu finden. Sie können mehr Selbstfürsorge lernen, mit dem Ziel, sich körperlich zu stablisieren, gesündere Einstellungen zu finden und sich besser zu fühlen.
Psychische Erkrankungen gehen häufig mit einer Einengung der Wahrnehmungs-, Erlebnis- und Verhaltensweise einher. Psychotherapie hat deshalb zum Ziel, das Wahrnehmen, Erleben und Verhalten flexibler werden zu lassen. Neben dem Erkennen ist dazu ein intensives Einüben erforderlich.

Wann, wem und wie kann Psychotherapie helfen?

Jeder Mensch kann nicht nur körperlich, sondern auch seelisch oder an Körper und Seele, d. h. somatopsychisch oder psychosomatisch erkranken.
In der Psychotherapie wird der  Heilungsprozess dieser Krankheiten, Leiden oder Verhaltensstörungen angestoßen, begleitet und/oder unterstützt. Je nach Störungs- oder Krankheitsbild kann die Psychotherapie einzige Therapieform oder aber von einer medikamentösen Therapie begleitet sein.
Seriöse Psychotherapie bedient sich wissenschaftlich entwickelter und überprüfter psychologischer Verfahren. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen zur Zeit für drei Therapieverfahren (Psychoanalyse, tiefen-psychologisch fundierte Therapie, Verhaltenstherapie) bei zugelassenen Psychotherapeuten (Ärzte und Psychologen) und entsprechender Indikation die Kosten.

Worauf lasse ich mich mit einer Psychotherapie ein?

Eine Psychotherapie dauert in der Regel 1-2 Jahre, in dieser Zeit haben Sie i. a. 1x/W eine Therapiesitzung von 50 Minuten Dauer, gegen Ende der Behandlung werden die Sitzungsintervalle oft vergrößert. Dieser Aufwand mag Ihnen groß erscheinen, aber Verarbeitungs- und Lernprozesse benötigen Zeit, es geht in der Psychotherapie nicht nur um Erkenntnis, sondern um Veränderung von Einstellungen, Gefühlen und Verhalten. Die Problematik hat sich in der Regel ja auch erst über Jahre entwickelt.
Psychotherapie bedeutet Auseinandersetzung mit sich selbst und ist anstrengend. Es ist deshalb günstig, wenn Sie nach der Therapiestunde noch etwas Zeit für sich haben. Es kann auch hilfreich sein, ein Therapie-Notizbuch zu führen, in das Sie für Sie wichtige Gedanken und Fragen eintragen.

Psychotherapie bedeutet kontinuierliche Arbeit, kurzfristige Ausfälle von geplanten Behandlungsterminen und unregelmäßige Sitzungen können den therapeutischen Prozess empfindlich stören und sind nicht im Sinne des Heilungsprozesses.
Wie die meisten Psychotherapeuten arbeite ich nach dem Bestellsystem,  Sie haben praktisch keine Wartezeiten. Allerdings kann ich bei nicht wahrgenommenen Terminen i. d. R. kurzfristig keinen anderen Patienten behandeln. Ich stelle Ihnen deshalb für alle reservierten, aber nicht wahrgenommenen Stunden, unabhängig vom Grund der Verhinderung ein Ausfallhonorar von 50,00 € in Rechnung. Stunden, die aus zwingenden Gründen rechtzeitig, d.h. mindestens 24 h vorher, abgesagt werden, werden nicht berechnet.

Was sind die Unterschiede zwischen Psychotherapeut, Psychologe, Psychiater und Nervenarzt?

Psychotherapeuten können sich alle Personen nennen, die in irgendeiner Form Psychotherapie durchführen, die Bezeichnung ist nicht geschützt.
Die von den Krankenkassen anerkannten Psychotherapeuten sind entweder Ärzte oder Psychologen (andere Berufsgruppen sind nicht zugelassen) und müssen eine genau definierte Ausbildung erfolgreich absolviert haben. Sie können sowohl von ihrer KK als auch von der Kassenärztlichen Vereinigung eine Liste der anerkannten Psychotherapeuten bekommen. Auf dieser Liste ist auch vermerkt, nach welchen der 3 anerkannten Methoden sie arbeiten.
Kinder- und Jugendpsychotherapueten haben eine spezielle Ausbildung.
Psychologen haben ein Studium der Psychologie (Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen) mit dem Diplom abgeschlossen. Sie müssen nicht unbedingt Psychotherapeuten sein, sondern können z. B. auch in Unternehmensberatung, Personalmanagement, Erziehungsberatung, Marktforschung, Verkehrspsychologie etc. arbeiten.

Ein psychologischer Psychotherapeut hat nach seinem Psychologiestudium noch eine gesonderte psychotherapeutische Ausbildung absolviert.
Wollen Sie eine Psychotherapie bei einem Psychologen machen, benötigen Sie zur Kostenübernahme durch die KK  einen sog. Konsiliarbericht eines Arztes. Durch diese ärztliche Untersuchung soll vor Therapiebeginn eine körperliche Ursache der seelischen Symptome ausgeschlossen werden.

Ein Psychiater ist ein Arzt, der nach seinem Medizinstudium noch eine mehrjährige Facharztausbildung in Psychiatrie absolviert hat. Psychiatrie ist ein 1808 geprägter Begriff für Seelenheilkunde. Für den Psychiater stehen die organischen und seit dem letzen Jahrhundert auch die sozialen Aspekte einer seelischen Erkrankung im Vordergrund, die innerseelischen Aspekte fallen mehr in das Feld des Psychotherapeuten, die Übergänge sind hier heutzutage aber fließend. Ein Psychiater behandelt schwere psychische Erkrankungen wie z. B: Schizophrenien, schwere Depressionen und Manien sowie Suchterkrankungen überwiegend mit organmedizinischen Maßnahmen wie Medikamenten. Manche Psychiater haben eine psychotherapeutische Zusatzausbildung und können dann auch Psychotherapien durchführen.
In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, vor einer Psychotherapie eine psychiatrische Diagnostik zu durchlaufen.

Ein Neurologe ist ein Arzt, der nach seinem Medizinstudium noch eine mehrjährige Facharztausbildung in Neuroloige absolviert hat. In der Neurologie geht es um die Krankheiten des Nervensystems, d.h. des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark) sowie des peripheren Nervensystems (z.B. Nervenlähmungen, -reizungen wie Ischias durch Bandscheibenvorfälle) und der Muskulatur. Es geht also im wesentlichen um organisch klar definierte Krankheiten, deren Ursache und BehandlungN an einigen Stellen gibt es Überschneidungen zu Psychiatrie.

Nervenarzt ist eine alte Facharztbezeichung, weil sich die Aufteilung in Psychiatrie und Neurolgie erst im letzten Jahrhundert entwickelt hat. Ein klassischer Nervenarzt hat sowohl psychiatrische als auch neurolgische Kompetenz.

Wie finde ich einen geeigneten Therapeuten?

Von ihrer Krankenkasse und der Kassenärztlichen Vereinigung bekommen Sie Listen aller Psychotherapeuten mit Kassenzulassung.
Patient und Therapeut sollten sich unbekannt sein und außerhalb der Therapie keine persönlichen Kontakte haben. So wird verhindert, dass persönliche Gefühle des Therapeuten sein Verhalten gegenüber dem Patienten beeinflussen, Schamgefühle des Patienten werden reduziert. Nur so besteht die Möglichkeit, sich ohne Angst vor Konsequenzen offen in der Therapie zu äußern. Diesen Freiraum sollten Sie sich erhalten und genau überlegen, wie weit sie Angehörige über den Inhalt der Gespräche mit dem Psychotherapeuten informieren.

Bevor der Therapeut mit Ihnen einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse stellt, finden sog. probatorische Sitzungen statt. Das sind bis zu 5 Sitzungen, die dazu dienen, das Problem und die Therapieziele zu formulieren sowie sich gegenseitig kennenzulernen. Denn für die Auswahl des Therapeuten ist auch von Bedeutung, ob die „Chemie“ zwischen beiden stimmt.
Die meisten Psychotherapeuten arbeiten ohne Sprechstundenhilfe und haben Telefonsprechstunden  sowie Anrufbeantworter zur Terminvereinbarung. Da aufgrund der Dauer der Therapien jeder Therapeut nur eine begrenzte Anzahl von Patienten behandeln kann, müssen Sie sich ggf. auf eine Wartezeit bis zum Freiwerden eines Therapieplatzes einstellen.